Title:

Buback - Ein Nachruf

Description:  Eine Analyse in Hinsicht auf die Klärung des Inhalts, der wichtigsten Aussagen, der historischen Bedingungen und schließlich der Intention des Autors.
Author:Dominik Wagner
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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Buback - Ein Nachruf




Eine Analyse in Hinsicht auf die Klärung des Inhalts, der wichtigsten Aussagen, der historischen Bedingungen und schließlich der Intention des Autors

Der Autor des Nachrufs, selbstbezeichnend als ,,Ein Göttinger Mescalero", verstößt schon im ersten Abschnitt (Z. 1-5) seines Briefes gegen ,,damalige", ,,bürgerliche" Normen, indem er nicht argumentativ vorgehen will ,,Ausgewogenheit, stringente Argumentation, Dialektik und Widerspruch - das ist mir alles piep-egal." (Z. 2-3) und indem er sich bei diesem, normalerweise ernsten und seriösen Thema im Stil vergreift ,,piep-egal (...) Rülpser" (Z. 3-4).

Im folgenden liefert der Göttinger Student eine Erklärung dafür, wie der Mord am General-Bundesanwalt Siegfried Buback (+ 7.4.1977) aus seiner Sicht zu rechtfertigen ist. Der ,,Mescalero" gibt dem Text eine bestimmte Richtung indem er sagt, dass er eine ,,klammheimliche Freude" nicht verhehlen will und kann (Z. 7), es ist aber offenbar noch kein Fazit, da der Text in seinem Verlauf zu einer Reduktion, von den Terroristen ausgehenden Gewalt aufrufen wird.
Zuerst wird der Ermordete aber als ,,Hetzer" bezeichnet, der bei der Verfolgung, Kriminalisierung, Folterung von Linken eine herausragende Rolle gespielt haben soll (Z. 7-8). Damit meint der Autor offenbar die schwierigen Verhältnisse der gefangenen Terroristen Baader, Meins, Raspe, Ensslin, Meinhof und anderer, die damals in Stammheim inhaftiert waren. Die Bundesregierung verhängte 1977 nämlich eine Informationssperre gegenüber der Presse, zugleich wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Gefangenen von der Aussenwelt isolierte, sie durften weder Zeitungen, noch Fernsehen, noch Radio und besonders keine Besuche von Anwälten oder anderen Personen erhalten.
Zuvor ist Holger Meins an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben (+14.11.1974). Die Bundesanwaltschaft, damit auch Buback, wollte ihre Zusagen nicht einhalten.
Einige Terroristen, wie Petra Schelm, wurden auf der Flucht erschossen, in jener Zeit des ,,Deutschen Herbstes" wurden viele Linke als potentielle Terroristen angesehen.
Die Anspielung auf eine Revolution (Z. 13) und deren Folgen zeigt die Ziele der Linken von damals: So wollte man nach einer Umwälzung der staatlichen Prinzipien, die Vertreter der ,,alten Welt" in Schauprozessen vorführen und über sie urteilen, einer von ihnen sollte Buback sein ,,(...) der meistgesuchten und meistgehaßten Vertretern (...) zur öffentlichen Vernehmung vorzuführen." (Z. 13-14).
Bei der Darstellung seiner persönlichen Reflexionen sagt der Verfasser darüber noch hinaus, dass er mit der einheitlichen Meinung der Gesellschaft in Bezug auf die Ermordung Bubacks nicht einverstanden ist. Damit greift er die deutschen Medienmacher an, denn seiner Meinung nach haben Presse und Funk die ,,öffentliche Empörung und Hysterie", die nach Bubacks und im besonderen nach Hans-Martin Schleyers Ermordung (+ 19.10.1977) geherrscht hat, lediglich inszeniert. So seien die Medien ein ,,hermetisch wirkender, gleichgeschalteter Block" (Z. 22) der nicht fähig zur kritischen Stimme sei und damit ein Handlanger der ,,falschen Politik". Er geht noch weiter indem sie durch den Ausdruck ,,politische Eunuchen" (Z. 20) entmündigt.
Tatsächlich waren den Medien, durch die von der Bundesregierung verhängte Informationssperre, die Hände gebunden. Eine Gleichschaltung der Medien sollte den Terroristen mögliche Informationen entziehen und die härtere, manchmal illegale Vorgehensweise des Krisenstabes um Bundeskanzler Schmidt, Bundesinnenminister Maihofer, Justizminister Vogel, Aussenminister Genscher etc. verdecken. So spricht der Autor von der Wanzenaffäre, die gezeigt haben soll, dass der Staat sich in Bezug auf die inhaftierten Terroristen nicht gesetzestreu verhalten haben soll: ,,(...) die Bubacks, Maihofers, Schiess und Benda die dicksten Rechtsbrüche begehen (...)" (Z. 28-29).

 

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB: mit Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz, BeurkundungsG, BGB-Informationspflichten-Verordnung, Einführungsgesetz, ... Rechtsstand: 1. August 2012
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrecht, mit …
Strafgesetzbuch StGB: mit Einführungsgesetz, …
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, …
Arbeitsgesetze
Basistexte Öffentliches Recht: Rechtsstand: 1. …
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit …
 
   
 
     
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