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Buback - Ein Nachruf
Eine Analyse in Hinsicht auf die
Klärung des Inhalts, der wichtigsten Aussagen, der historischen Bedingungen und
schließlich der Intention des Autors
Der Autor des Nachrufs, selbstbezeichnend als ,,Ein Göttinger
Mescalero", verstößt schon im ersten Abschnitt (Z. 1-5) seines Briefes
gegen ,,damalige", ,,bürgerliche" Normen, indem er nicht argumentativ
vorgehen will ,,Ausgewogenheit, stringente Argumentation, Dialektik und
Widerspruch - das ist mir alles piep-egal." (Z. 2-3) und indem er sich bei
diesem, normalerweise ernsten und seriösen Thema im Stil vergreift ,,piep-egal
(...) Rülpser" (Z. 3-4).
Im folgenden liefert der Göttinger Student eine Erklärung dafür, wie der
Mord am General-Bundesanwalt Siegfried Buback (+ 7.4.1977) aus seiner Sicht zu rechtfertigen
ist. Der ,,Mescalero" gibt dem Text eine bestimmte Richtung indem er sagt,
dass er eine ,,klammheimliche Freude" nicht verhehlen will und kann (Z.
7), es ist aber offenbar noch kein Fazit, da der Text in seinem Verlauf zu
einer Reduktion, von den Terroristen ausgehenden Gewalt aufrufen wird.
Zuerst wird der Ermordete aber als ,,Hetzer" bezeichnet, der bei der
Verfolgung, Kriminalisierung, Folterung von Linken eine herausragende Rolle
gespielt haben soll (Z. 7-8). Damit meint der Autor offenbar die schwierigen
Verhältnisse der gefangenen Terroristen Baader, Meins, Raspe, Ensslin, Meinhof
und anderer, die damals in Stammheim inhaftiert waren. Die Bundesregierung
verhängte 1977 nämlich eine Informationssperre gegenüber der Presse, zugleich
wurde ein Gesetz verabschiedet, das die Gefangenen von der Aussenwelt
isolierte, sie durften weder Zeitungen, noch Fernsehen, noch Radio und
besonders keine Besuche von Anwälten oder anderen Personen erhalten.
Zuvor ist Holger Meins an den Folgen eines Hungerstreiks gestorben
(+14.11.1974). Die Bundesanwaltschaft, damit auch Buback, wollte ihre Zusagen
nicht einhalten.
Einige Terroristen, wie Petra Schelm, wurden auf der Flucht erschossen, in
jener Zeit des ,,Deutschen Herbstes" wurden viele Linke als potentielle
Terroristen angesehen.
Die Anspielung auf eine Revolution (Z. 13) und deren Folgen zeigt die Ziele der
Linken von damals: So wollte man nach einer Umwälzung der staatlichen
Prinzipien, die Vertreter der ,,alten Welt" in Schauprozessen vorführen
und über sie urteilen, einer von ihnen sollte Buback sein ,,(...) der
meistgesuchten und meistgehaßten Vertretern (...) zur öffentlichen Vernehmung
vorzuführen." (Z. 13-14).
Bei der Darstellung seiner persönlichen Reflexionen sagt der Verfasser darüber
noch hinaus, dass er mit der einheitlichen Meinung der Gesellschaft in Bezug
auf die Ermordung Bubacks nicht einverstanden ist. Damit greift er die
deutschen Medienmacher an, denn seiner Meinung nach haben Presse und Funk die
,,öffentliche Empörung und Hysterie", die nach Bubacks und im besonderen
nach Hans-Martin Schleyers Ermordung (+ 19.10.1977) geherrscht hat, lediglich
inszeniert. So seien die Medien ein ,,hermetisch wirkender, gleichgeschalteter
Block" (Z. 22) der nicht fähig zur kritischen Stimme sei und damit ein
Handlanger der ,,falschen Politik". Er geht noch weiter indem sie durch
den Ausdruck ,,politische Eunuchen" (Z. 20) entmündigt.
Tatsächlich waren den Medien, durch die von der Bundesregierung verhängte
Informationssperre, die Hände gebunden. Eine Gleichschaltung der Medien sollte
den Terroristen mögliche Informationen entziehen und die härtere, manchmal
illegale Vorgehensweise des Krisenstabes um Bundeskanzler Schmidt,
Bundesinnenminister Maihofer, Justizminister Vogel, Aussenminister Genscher
etc. verdecken. So spricht der Autor von der Wanzenaffäre, die gezeigt haben
soll, dass der Staat sich in Bezug auf die inhaftierten Terroristen nicht
gesetzestreu verhalten haben soll: ,,(...) die Bubacks, Maihofers, Schiess und
Benda die dicksten Rechtsbrüche begehen (...)" (Z. 28-29).
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